Eine junge Frau aus schwierigen Verhältnissen (Mutter ist Hausbesorgerin, Vater unbekannt) hat eine Begabung für Zahlen. Und sie ist ambitioniert und sehr sorgfältig. Ihre erste Anstellung erhält sie im Grand Hotel Frohner in der Verwaltung und sie ist wild entschlossen, dort Karriere zu machen. Als sie ein Kind bekommt und die Dinge schwierig werden, nutzt sie ihre Stellung dort, um Geld für sich abzuzweigen - lange Zeit sehr erfolgreich. Vea Kaiser konstruiert als Ich-Erzählerin einen Fall, der die Republik erschüttert, eine großangelegter Betrug über viele Jahre, der am Ende durch die Medien bekannt wird. Und sie besucht Angelika Moser im Gefängnis.
Es ist ein Entwicklungs- und Schelmenroman im besten Sinn. Nicht nur Kindern der 80er kommt vieles in Kaisers fiktivem Wien (das Hotel liegt am Strauß-Ring) sicher bekannt vor. Die Geschichte der Angelika Moser ist so lebendig und plastisch erzählt, dass man von Seite zu Seite fliegt, um zu erfahren, wie es ihr weiter ergeht.