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BUCHTIPP
Martina Mimler

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Ein Ort, der bleibt

Ein Ort, der bleibt

Es wird über die Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul/Konstantinopel durch Alfred Heilbronn und seinen Helfern erzählt. Sehr anschaulich über die Stadt berichtet - ich würde sofort wieder hinfahren und mir alles genauer ansehen! Der geschichtliche Hintergrund der Deutsch/Türken während Hitlers Regierungszeit wird uns näher gebracht. Auch botanisches Wissen wird eingestreut. Ein rundum harmonisches Buch über drei Frauen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Heute ist der Garten namenlos, in keinem Reiseführer zu finden - dafür wurde ein interessantes, atmosphärisches, klug recherchiertes Buch über diesen wahren Hintergrund geschrieben! (Ein bisschen Fiktion wird wahrscheinlich schon dabei sein.)

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Monika Breyer

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Falls jemand fragt, wer wir waren

Falls jemand fragt, wer wir waren

Wer an der Geschichte der DDR interessiert ist, für den ist dieses Buch genau richtig. Es geht um den 17.Juni 1953 - den Volksaufstand (oder Arbeiteraufstand) - ein Flächenbrand, der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Forderungen stellte. Unter anderem "Rücktritt der Regierung", "Freie Wahlen" und "Freilassung aller politischen Gefangenen". Erzählt wird die Geschichte von Tilla. Sie glaubt, dass die Sowjets die Befreier nach der Nazizeit seien, dass Stalin ein guter Mensch sei und der Sozialismus (Kommunismus) die einzig wahre Regierungsform. Auf der Suche nach ihrer Freundin Rena, die plötzlich verschwunden ist, stößt sie auf verschwiegenes Leid, verbotene Fragen und Wahrheiten. Sehr feinfühlig beschreibt die Autorin, wie sich Tillas Sicht auf die politische Lage und auf die Menschen um sie herum verändert. Dieses Buch ist gut erzählt, gut recherchiert und auf keinen Fall langweilig.

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Eva Kronhofmann

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Wenn die Bienen schweigen

Wenn die Bienen schweigen

Die Welt hat sich stark verändert, seitdem die letzte Biene ausgestorben ist: Hungersnöte, Kriege, Bücher werden verbrannt, die Regierung bestimmt totalitär über das Volk. Mädchen kommen mit 11 Jahren in Arbeitslager und müssen Bäume mit einem Pinsel bestäuben, bis sie alt genug sind um Kinder zu bekommen. Jess ist eines dieser Mädchen. Und doch ist sie anders. Jess' Mutter hat ihren Kindern lesen und schreiben beigebracht und ihnen vermittelt wie wichtig das kritische und selbstständige Denken ist. Als Jess in Besitz von Farbtuben kommt, verwendet sie ihren Arbeitspinsel um heimlich ein farbenfrohes Bild an eine Mauer zu malen. Und damit löst sie auch bei den anderen Mädchen Gedanken an Hoffnung und Freiheit aus. Ein spannender dystopischer Roman für Jugendliche ab 14 und Erwachsene. Empfehlung!

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Monika Breyer

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Restsommer

Restsommer

Als ich das Buch zu lesen begann, dachte ich: "Nicht meine Altersklasse"., und wollte es schon zur Seite legen. Aber dann las ich doch weiter und kippte in die Geschichte hinein. Mein Fazit: ein außergewöhnliches Buch! Dominik, 16 Jahre, lebt gemeinsam mit seinem Vater in einem Dorf in Deutschland, Schönacker. Seine Mutter ist ein Jahr zuvor ausgezogen. Sein Vater hat ein Bestattungsinstitut und geht davon aus, dass Dominik dieses einmal übernehmen wird. Es ist kurz vor Sommerbeginn - ein neuer Schüler kommt in die Klasse - Biff. Biff ist anders, unangepasst, lässig, bunt. Domi fühlt sich völlig zu ihm hingezogen, fasziniert von dessen Hunger auf Leben. Wunderbar feinfühlig erzählt, musste ich oft an meine Jugendjahre zurückdenken. War ich ein angepasstes Kind oder habe ich ich je gegen meine Eltern aufgelehnt?

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Lucia Kirchner-Krämer

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Wir waren Wunder

Wir waren Wunder

Bücher über Mozart gibt es viele. Aber kaum eines über seine - nicht minder begabte - Schwester. Mariann ist ein Klavierwunderkind, fünf Jahre älter als ihr Bruder Wolfgang und wird vom ehrgeizigen und narzisstischen Vater durch die großen Städte Europas getrieben. Als der erkennt, dass der kleine Bruder besser ankommt, lässt er die Tochter gnadenlos fallen, verbietet ihr sogar das Klavierspielen, damit Wolfgang nicht gestört wird. Cordes erzählt die Geschichte der Familie, in der Erfolg alles ist, manchmal auch nur Schein. "Wir können uns keine Dienstmagd leisten. - Wer eine Dienstmagd hat, ist kein Diener, darauf kommt es an." Eindringlich erzählt, leicht und flüssig zu lesen, die Geschichte einer starken Frau, die zur Randfigur wurde und trotzdem ihren Weg findet.

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Andrea Salomon

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Ein unerhörter Wunsch

Ein unerhörter Wunsch

Eliot und Claire führen seit 40 Jahren eine harmonische Ehe. Ihre beiden Kinder sind erwachsen und Claires Krebserkrankung hat die Eheleute einander noch näher gebracht. Gerade deshalb ist Eliot wie vor den Kopf gestoßen, als Claire, deren Erkrankung in die letzte Phase übergeht, einen unerhörten Wunsch äußert: Nicht er, Eliot, soll sie die letzten Monate begleiten und pflegen, sondern ihre beiden besten Freundinnen Michelle und Holly. Ann Packer lässt uns auf berührende Weise an Eliots Gedanken, Zweifeln und Gefühlen teilhaben, ohne je rührselig oder pathetisch zu werden. Das zu Beginn völlig fehlende Verständnis für diesen besonderen Wunsch ist nachvollziehbar, ebenso die (Selbst-)zweifel, ob Claire bis dato vielleicht doch nicht so glücklich in der Ehe war. Glaubwürdig bis zum letzten Satz schildert die Autorin die Beziehung zweier Menschen auf Augenhöhe, voll Liebe und trotzdem - oder deswegen - nicht spannungsfrei. Und wie sie einen Weg, gemeinsam etwas so Schweres wie den geliebten Menschen beim Sterben zu begleiten, finden. Ein Buch das alles ist, schön und traurig, manchmal sogar lustig, einfühlsam, bewegend und tiefgründig.

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Eva Kronhofmann

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Pause

Pause

Hanna landet nach einer schlimmen Panikattacke im Krankenhaus, wird von den Eltern abgeholt und in ihren Heimatort Lüneburg gebracht. Doch wie soll es nun weitergehen? Mit sechsunddreißig bei den Eltern wohnen, wo doch ihr Leben mit Job und Freund in Berlin ist? Zuerst will Hanna sofort in ihr altes Leben zurück, doch schon bald wird ihr bewusst, dass sie nicht nur kurz Ruhe braucht, sondern eine Pause. Während sie versucht sich in der neuen/alten Umgebung einzufinden, erfährt der Leser von Hannas Stress im Beruf, von Problemen in der Partnerschaft und einem unverarbeiteten Trauma. Lena Kupkes Debütroman ist flüssig lesbar und sehr direkt, offen und ehrlich geschrieben. Die Autorin, die eigentlich Comedienne ist, lässt auch den Humor nicht zu kurz kommen. Empfehlenswerte Lektüre!

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Martina Mimler

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Vielleicht im Sommer

Vielleicht im Sommer

Ein sehr berührendes Erstlingswerk! Das ist dem jungen Autor wirklich gelungen. Man will nicht aufhören zu lesen, weil man von der Geschichte der beiden Jungen aus einem Heim gewaltig mitgerissen wird. Auf ihrer Flucht zur Nordsee werden sie zu brüderlichen Freunden - man kann ihnen nur Gutes für ihr weiteres Leben wünschen und dem jungen Autor viel Erfolg.

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Lucia Kirchner-Krämer

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Unerwünschte Töchter

Unerwünschte Töchter

4 Frauen, 4 Generationen und ein ganzes Jahrhundert: Miriam Carbe entstammt einer Familie von Frauen, die alle Tagebuch geführt haben. Aus mehreren Kisten von Aufzeichnungen, von denen die ältesten von 1908 stammen, ist dieses Buch entstanden. Jede der Frauen, jede Generation hat ihre eigenen Schwierigkeiten und Hürden, uneheliche Kinder, Männer, die in Kriegen sterben, dunkelhäutige Kinder; abgewiesen, auf sich gestellt, um die Unabhängigkeit kämpfend. Gesellschaftlliche Enge, sozialer Abstieg - alle Facetten des letzten Jahrhunderts spiegeln sich in dieser Familiengeschichte. Inmitten der epochalen Veränderungen erzählt Carbe mit leisen Tönen, sehr persönlich und anrührend von großer weiblicher Stärke und familiärer Verbundenheit.

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Eva Kronhofmann

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Schon schwankte die Welt

Schon schwankte die Welt

Schwierige Kindheit, instabile Partnerschaften, alleinerziehend: Der einzige Mensch, auf den sich Viktoria immer verlassen konnte, war ihre beste Freundin Helene. Die langjährige innige Freundschaft der beiden scheint unerschütterlich. Doch dann verliebt sich Viktoria in den 20 Jahre jüngeren Studenten Polly, der ihre Welt ins Schwanken bringt. Sowohl Helene als auch Viktorias Tochter Lara halten nicht viel von dieser Beziehung, was zu Auseinandersetzungen führt. Zeitgleich taucht ein Rabe auf, den Viktoria fünf Jahre zuvor handaufgezogen hatte und der ihr offenbar etwas mitteilen möchte. Die Biologin, die auch beruflich mit der Erforschung von Raben zu tun hat, versucht mit Helene, Lara und Polly herauszufinden, was der Rabe ihr erzählen möchte. Felicitas Prokopetz hat Sprachkunst studiert. Sprache und Kommunikation sind der rote Faden, mit dem sie den Leser durch diesen Roman führt. Die Autorin durchleuchtet Herausforderungen in der Kommunikation zwischen Mutter und Tochter, zwischen besten Freundinnen, innerhalb einer Beziehung, und nicht zuletzt zwischen Mensch und Tier. Es gibt viel Gesagtes, und noch mehr Ungesagtes. Ein interessanter Roman, der in Wien spielt und flüssig zu lesen ist.

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Andrea Salomon

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Gelbe Monster

Gelbe Monster

Mathematikstudentin Charlie ist eine von Selbstzweifeln geplagte junge Frau. Als sie eine Beziehung mit Valentin eingeht fühlt sie sich durch ihn wertvoll, attraktiv, einfach besser. Sie steigert sich in ein Liebesideal hinein, das der Realität nicht standhalten kann. Immer dann, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden, kommt diese plötzliche Wut in ihr hoch und sie "zuckt aus". Aggression und körperliche Gewalt gegen ihren Freund mehren sich, bis es zum Eklat kommt. Charlie findet Unterschlupf bei ihrer Freundin Ella, die eine Teilnahme an einem Anti-Aggressionskurs für Frauen zur Bedingung macht, wenn Charlie weiterhin bei ihr wohnen möchte. Clara Leinemann gelingt es in ihrem Debütroman schwierige Themen wie weibliche Gewalt, emotionale Abhängigkeit und toxische Beziehungen mit einer angemessenen Portion Leichtigkeit zu erzählen. Klug aufgebaut kann man sich nach und nach in Charlie hineindenken und -fühlen.

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Martina Mimler

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Die Namen

Die Namen

Eine originelle Idee der britischen Romandebütantin und drei bewegende Auslegungen einer Familiengeschichte! Kann ein Vorname wirklich so unterschiedliche Leben auslösen? Wir können es nicht wissen, aber wir dürfen darüber spekulieren und fantasieren. Und das ist der Autorin sehr gut gelungen. Obwohl es hier leider auch um häusliche Gewalt geht, habe ich mich auf das Weiterlesen gefreut und war gespannt auf den nächsten Lebenslauf des Protagonisten und seiner Familie.

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