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BUCHTIPP
Martina Mimler

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Die Komponistin

Die Komponistin

Die rhythmische Stil hat mich atemlos durch das Leben der Musikerin Melanie Bonis getrieben. Die Musikalität der Sprache passt zum Thema und dadurch, dass in der 2. Person erzählt wird, kippt man nach kurzer Eingewöhnungsphase noch mehr hinein in diese Romanbiographie einer starken Frau in einem Jahrhundert, in dem es nicht gewünscht, ja gar nicht vorstellbar war, dass es weibliche Komponisten gibt. Eine interessante und mitreißende Lektüre!

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Lucia Kirchner-Krämer

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Im Licht des neuen Tages

Im Licht des neuen Tages

Elli Hajek ist Schriftstellerin mit Abgabetermin, erwachsener Tochter und eigentlich funktionierender Beziehung. In dieser schwierigen Lebensphase beschäftigt sie sich immer mehr mit ihrer Kindheit und der Flucht aus der damaligen Tschechoslowakei. Sie erinnert sich an ihre Großmutter und deren Geschichten und reist schließlich in das Land, aus dem ihre Familie geflüchtet ist. Auf der Suche nach einer Frau aus Großmutters Geschichten, Viktorka, die für wahnsinnig erklärt worden ist, verschwimmen bei Elli Realität und Fiktion, ihre eigene Geschichte und die der Viktorka. Kubsovas Erzählung hat mich sehr in ihren Bann gezogen, obwohl ich die Vermischung von Realität und fantastischem Erleben sonst nicht so mag. Auf der Suche nach ihrer eigenen Geschichte und der der Viktorka lernt sie letztendlich am meisten über sich selbst: Man kann nicht vor sich selbst davon laufen, sondern muss sich mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.

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Andrea Salomon

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Buberlpartie

Buberlpartie

Ein Auto rast in Wien in ein jüdisches Restaurant, es kommt zu einer Explosion, dabei sterben fünf Menschen: der Besitzer des Lokals und eine Servicekraft, ein bekannter Journalist, ein vorerst noch unbekannter Gast und der Autolenker selbst. Chefinspektorin Alma Oberkofler, die zufällig auch Augenzeugin war, ermittelt in alle Richtungen. War es ein Unfall, eine terroristische Amokfahrt oder hatte der Fahrzeuglenker gezielt dieses Lokal gewählt? Schließlich handelt es sich bei ihm um den Sohn eines des größten Bauunternehmers der Stadt, der vor allem durch seine Aktivitäten am rechten (politischen) Rand aufgefallen ist. Petra Hartlieb blickt auch im zweiten Fall für Alma Oberkofler ganz genau auf österreichische, innenpolitische Geschehnisse und beschert dem Leser etliche Déjà-vu-Erlebnisse.

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Monika Breyer

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Die Briefeschreiberin

Die Briefeschreiberin

Wie schön ist es, einen Brief oder eine Postkarte im Postkasten zu finden. Leider ist das heute eine Seltenheit geworden. Sybil von Antwerp, ehemalige Juristin, schon lange pensioniert, schreibt viele Briefe. An ihre beste Freundin, ihren Bruder, Weggefährten, ihren lieben Nachbarn, aber auch an Autoren und Regisseure, uvm. In Briefen kann sie sich um vieles besser ausdrücken und mitteilen, als in persönlichen Gesprächen. Brief um Brief erfährt man aus ihrem Leben. Von Schicksalsschlägen und Glücksmomenten, von Verlust und Trauer, von Glück und Liebe, aber auch vom Werben ihres Nachbarn, von ihrem schönen Garten,.... Und wie so oft im Leben geht es um Vergebung.

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Eva Kronhofmann

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Zeiten erhöhter Gefahr

Zeiten erhöhter Gefahr

In Jots Leben ist alles penibelst durchgeplant. Das Gefühl, alles unter Kontrolle haben zu müssen, ist für den Angestellten mittleren Alters lebenswichtig. Seiner Meinung nach sogar ÜBERlebenswichtig. Wer weiß, was alles passieren könnte? Ein Leben ohne privaten Schutzbunker kann er sich jedenfalls nicht vorstellen. Als Jot eines Tages beim Joggen eine Leiche entdeckt, gerät sein Leben komplett aus den Fugen. Ein sehr intensiver Roman, der den Leser mit einer besonderen Atmosphäre in den Bann zieht.

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Martina Mimler

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Die Frau im Schrank

Die Frau im Schrank

Poetische, gefühlvolle Erzählung über Leben, Liebe, Literatur, Essen - und Erlösung. Ein Genuss in vorzüglicher Sprache. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen - einfach lesen!

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Lucia Kirchner-Krämer

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Irma tanzt

Irma tanzt

Bücher über Mutter-Tochter-Beziehungen gibt es viele. Und auch viele, wo die Töchter beim Tod der Mutter das meist komplizierte Verhältnis reflektieren und über das Leben ihrer Mutter nachdenken. Aber selten noch hat mich eines so in seinen Bann gezogen wie dieses. Helene Bracht beschreibt die vielschichtige, widersprüchliche Persönlichkeit der Mutter so berührend und lebendig, trägt Schicht für Schicht von ihrem Mutterbild ab, so dass man sich am Ende fragt: Kann das überhaupt alles dieselbe Person gewesen sein? Die Menschen haben viel mehr Seiten und Aspekte, als man ihnen meist zugesteht, auch und vor allem die eigene Mutter, bei der man es oft am wenigsten wahrhaben will. Absolute Leseempfehlung!

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Andrea Salomon

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Wirf einen Schatten

Wirf einen Schatten

Es ist der Heilige Abend 1963 als Joseph beschließt, sein Leben zu beenden. Seine Frau Lis hat ihn mit seinem Sohn schon vor Monaten verlassen, es gibt keinen Kontakt mehr und die Arbeit auf seinem Bauernhof erfüllt ihn auch nicht (mehr). Sein Vorhaben wird durch ein Klopfen an der Tür vereitelt. Eine junge Frau steht davor, vollkommen erschöpft, am Zusammenbrechen. Joseph nimmt Birdie auf, diese ebenso wie er wortkarge, verschlossene Frau. In verschiedenen Zeiteben lässt uns Elena Fischer Joseph, Birdie, Lis und deren Schwester Ana auf sehr behutsame Weise kennenlernen. Ein sprachlich wunderschöner, zarter Roman über die Suche nach dem richtigen Platz und der Liebe!

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Martina Mimler

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Ein Ort, der bleibt

Ein Ort, der bleibt

Es wird über die Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul/Konstantinopel durch Alfred Heilbronn und seinen Helfern erzählt. Auch sehr anschaulich über die Stadt berichtet - ich würde sofort wieder hinfahren und mir alles genauer ansehen! Der geschichtliche Hintergrund der Deutsch/Türken während Hitlers Regierungszeit wird uns näher gebracht. Botanisches Wissen wird eingestreut. Ein rundum harmonisches Buch über drei Frauen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Heute ist der Garten namenlos, in keinem Reiseführer zu finden - dafür wurde ein interessantes, atmosphärisches, klug recherchiertes Buch über diesen wahren Hintergrund geschrieben! (Ein bisschen Fiktion wird wahrscheinlich schon dabei sein.)

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Monika Breyer

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Falls jemand fragt, wer wir waren

Falls jemand fragt, wer wir waren

Wer an der Geschichte der DDR interessiert ist, für den ist dieses Buch genau richtig. Es geht um den 17.Juni 1953 - den Volksaufstand (oder Arbeiteraufstand) - ein Flächenbrand, der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Forderungen stellte. Unter anderem "Rücktritt der Regierung", "Freie Wahlen" und "Freilassung aller politischen Gefangenen". Erzählt wird die Geschichte von Tilla. Sie glaubt, dass die Sowjets die Befreier nach der Nazizeit seien, dass Stalin ein guter Mensch sei und der Sozialismus (Kommunismus) die einzig wahre Regierungsform. Auf der Suche nach ihrer Freundin Rena, die plötzlich verschwunden ist, stößt sie auf verschwiegenes Leid, verbotene Fragen und Wahrheiten. Sehr feinfühlig beschreibt die Autorin, wie sich Tillas Sicht auf die politische Lage und auf die Menschen um sie herum verändert. Dieses Buch ist gut erzählt, gut recherchiert und auf keinen Fall langweilig.

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Eva Kronhofmann

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Wenn die Bienen schweigen

Wenn die Bienen schweigen

Die Welt hat sich stark verändert, seitdem die letzte Biene ausgestorben ist: Hungersnöte, Kriege, Bücher werden verbrannt, die Regierung bestimmt totalitär über das Volk. Mädchen kommen mit 11 Jahren in Arbeitslager und müssen Bäume mit einem Pinsel bestäuben, bis sie alt genug sind um Kinder zu bekommen. Jess ist eines dieser Mädchen. Und doch ist sie anders. Jess' Mutter hat ihren Kindern lesen und schreiben beigebracht und ihnen vermittelt wie wichtig das kritische und selbstständige Denken ist. Als Jess in Besitz von Farbtuben kommt, verwendet sie ihren Arbeitspinsel um heimlich ein farbenfrohes Bild an eine Mauer zu malen. Und damit löst sie auch bei den anderen Mädchen Gedanken an Hoffnung und Freiheit aus. Ein spannender dystopischer Roman für Jugendliche ab 14 und Erwachsene. Empfehlung!

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Monika Breyer

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Restsommer

Restsommer

Als ich das Buch zu lesen begann, dachte ich: "Nicht meine Altersklasse"., und wollte es schon zur Seite legen. Aber dann las ich doch weiter und kippte in die Geschichte hinein. Mein Fazit: ein außergewöhnliches Buch! Dominik, 16 Jahre, lebt gemeinsam mit seinem Vater in einem Dorf in Deutschland, Schönacker. Seine Mutter ist ein Jahr zuvor ausgezogen. Sein Vater hat ein Bestattungsinstitut und geht davon aus, dass Dominik dieses einmal übernehmen wird. Es ist kurz vor Sommerbeginn - ein neuer Schüler kommt in die Klasse - Biff. Biff ist anders, unangepasst, lässig, bunt. Domi fühlt sich völlig zu ihm hingezogen, fasziniert von dessen Hunger auf Leben. Wunderbar feinfühlig erzählt, musste ich oft an meine Jugendjahre zurückdenken. War ich ein angepasstes Kind oder habe ich ich je gegen meine Eltern aufgelehnt?

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