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Martina Mimler

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Vielleicht im Sommer

Vielleicht im Sommer

Ein sehr berührendes Erstlingswerk! Das ist dem jungen Autor wirklich gelungen. Man will nicht aufhören zu lesen, weil man von der Geschichte der beiden Jungen aus einem Heim gewaltig mitgerissen wird. Auf ihrer Flucht zur Nordsee werden sie zu brüderlichen Freunden - man kann ihnen nur Gutes für ihr weiteres Leben wünschen und dem jungen Autor viel Erfolg.

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Lucia Kirchner-Krämer

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Unerwünschte Töchter

Unerwünschte Töchter

4 Frauen, 4 Generationen und ein ganzes Jahrhundert: Miriam Carbe entstammt einer Familie von Frauen, die alle Tagebuch geführt haben. Aus mehreren Kisten von Aufzeichnungen, von denen die ältesten von 1908 stammen, ist dieses Buch entstanden. Jede der Frauen, jede Generation hat ihre eigenen Schwierigkeiten und Hürden, uneheliche Kinder, Männer, die in Kriegen sterben, dunkelhäutige Kinder; abgewiesen, auf sich gestellt, um die Unabhängigkeit kämpfend. Gesellschaftlliche Enge, sozialer Abstieg - alle Facetten des letzten Jahrhunderts spiegeln sich in dieser Familiengeschichte. Inmitten der epochalen Veränderungen erzählt Carbe mit leisen Tönen, sehr persönlich und anrührend von großer weiblicher Stärke und familiärer Verbundenheit.

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Eva Kronhofmann

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Schon schwankte die Welt

Schon schwankte die Welt

Schwierige Kindheit, instabile Partnerschaften, alleinerziehend: Der einzige Mensch, auf den sich Viktoria immer verlassen konnte, war ihre beste Freundin Helene. Die langjährige innige Freundschaft der beiden scheint unerschütterlich. Doch dann verliebt sich Viktoria in den 20 Jahre jüngeren Studenten Polly, der ihre Welt ins Schwanken bringt. Sowohl Helene als auch Viktorias Tochter Lara halten nicht viel von dieser Beziehung, was zu Auseinandersetzungen führt. Zeitgleich taucht ein Rabe auf, den Viktoria fünf Jahre zuvor handaufgezogen hatte und der ihr offenbar etwas mitteilen möchte. Die Biologin, die auch beruflich mit der Erforschung von Raben zu tun hat, versucht mit Helene, Lara und Polly herauszufinden, was der Rabe ihr erzählen möchte. Felicitas Prokopetz hat Sprachkunst studiert. Sprache und Kommunikation sind der rote Faden, mit dem sie den Leser durch diesen Roman führt. Die Autorin durchleuchtet Herausforderungen in der Kommunikation zwischen Mutter und Tochter, zwischen besten Freundinnen, innerhalb einer Beziehung, und nicht zuletzt zwischen Mensch und Tier. Es gibt viel Gesagtes, und noch mehr Ungesagtes. Ein interessanter Roman, der in Wien spielt und flüssig zu lesen ist.

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Andrea Salomon

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Gelbe Monster

Gelbe Monster

Mathematikstudentin Charlie ist eine von Selbstzweifeln geplagte junge Frau. Als sie eine Beziehung mit Valentin eingeht fühlt sie sich durch ihn wertvoll, attraktiv, einfach besser. Sie steigert sich in ein Liebesideal hinein, das der Realität nicht standhalten kann. Immer dann, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden, kommt diese plötzliche Wut in ihr hoch und sie "zuckt aus". Aggression und körperliche Gewalt gegen ihren Freund mehren sich, bis es zum Eklat kommt. Charlie findet Unterschlupf bei ihrer Freundin Ella, die eine Teilnahme an einem Anti-Aggressionskurs für Frauen zur Bedingung macht, wenn Charlie weiterhin bei ihr wohnen möchte. Clara Leinemann gelingt es in ihrem Debütroman schwierige Themen wie weibliche Gewalt, emotionale Abhängigkeit und toxische Beziehungen mit einer angemessenen Portion Leichtigkeit zu erzählen. Klug aufgebaut kann man sich nach und nach in Charlie hineindenken und -fühlen.

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Martina Mimler

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Die Namen

Die Namen

Eine originelle Idee der britischen Romandebütantin und drei bewegende Auslegungen einer Familiengeschichte! Kann ein Vorname wirklich so unterschiedliche Leben auslösen? Wir können es nicht wissen, aber wir dürfen darüber spekulieren und fantasieren. Und das ist der Autorin sehr gut gelungen. Obwohl es hier leider auch um häusliche Gewalt geht, habe ich mich auf das Weiterlesen gefreut und war gespannt auf den nächsten Lebenslauf des Protagonisten und seiner Familie.

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Lucia Kirchner-Krämer

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Laute Nächte

Laute Nächte

Es gibt Ereignisse, die das Leben komplett verändern. Kenni, um die 20, hatte einen Plan, eine Zukunftsvision mit seiner Freundin Jasmin. Als die bei einem Autounfall stirbt, wirft ihn das vollkommen aus der Bahn. Auf der Suche nach sich selbst zieht er nach Wien in eine WG. Aus der Notlösung wird sein Rettungsanker. Aus Mitbewohnern werden Freunde, die alle ihr eigenes Schicksal bewältigen müssen: Paul, der seine erfolgreiche Tenniskarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste und seither mit sich nichts anzufangen weiß. Julia, die so still und leise ist, dass man sie fast übersehen könnte und konsequent an ihrer Karriere arbeitet. Elif, die seit drei Jahren mit ihrem Freund aus reichem Haus zusammen ist, aber der sie vor seinen Eltern verheimlicht. Eindringlich und mitreißend schildert Freytag, wie die vier sich einander öffnen, wie sie zusammenwachsen, Kennis innere Zerrissenheit, wie sie Jahre später zueinander stehen. Ein wunderschöner Roman über Beziehungen, die dem Leben Halt geben.

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Andrea Salomon

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Yesteryear

Yesteryear

Welch ungewöhnliche Geschichte, die uns die Autorin in ihrem Debüt-Roman erzählt! Natalie hat sich ein perfektes Leben erschaffen, an dem sie ihre Follower teilhaben lässt. Sie lebt auf einer einsamen Farm in Idaho mit Mann und fünf Kindern. Traditionelle, christliche Werte, selbst angebautes Biogemüse, Homeschooling, von der Seife bis zum Brot alles selbst hergestellt. Und alles wird von der Kamera begleitet, denn Natalie möchte die einflussreichste Influencerin Amerikas werden. Dass alles nur Fassade ist, stört sie dabei gar nicht. Fake it, till you make it! Bis eines Tages alles kippt und ein Albtraum beginnt. Das Buch ist schräg und skurril, definitiv unterhaltsam, macht nachdenklich, entwickelt sich anders, als man erwartet und ist dennoch glaubwürdig. Tradition, moderne Social Media-Welt, (Selbst-)Betrug, Irrsinn, alles dabei. Außergewöhnlich - I like!

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Eva Kronhofmann

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Einatmen Ausatmen

Einatmen Ausatmen

Marlene, erfolgreiche Karrierefrau, lebt ausschließlich für ihren Job. Sie steht kurz vor einer Beförderung und alle im Unternehmen sind sich einig, dass sie fachlich über die Maßen kompetent ist. Allerdings mangelt es der Managerin an Mitgefühl und Empathie. Marlenes Kollegen und Kolleginnen leiden unter ihrer Kaltherzigkeit und Härte, die sie an den Tag legt. Dies führt dazu, dass sie an einem zweiwöchigen Achtsamkeitsseminar teilnehmen muss, geleitet vom landesweit bekannten Alex Grow, der allerdings selbst mit Zweifeln und Panikattacken zu kämpfen hat. Marlene ist dem Ganzen misstrauisch, genervt und verschlossen eingestellt - bis sie sich eines Tages bei einem Spaziergang im Wald verirrt, auf ein verletztes Wildschwein trifft und sich dem zurückgezogenen Hausmeister nähert. Der mit leichtem Humor geschriebene Roman liest sich flüssig und wärmt das Herz von innen ohne jemals kitschig zu werden. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen.

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Eva Kronhofmann

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Abschied vom Phallozän

Abschied vom Phallozän

Aussagekräftig, mutig und direkt: Eine Streitschrift, die es in sich hat und Denkanstöße gibt. In diesem dünnen Büchlein steckt eine Menge Inhalt, der zum kritischen Nachdenken auffordert, zum Umdenken herausfordert und zu Ideen anregt. "Ein kraftvolles Gedankenspiel über matriarchale Inspiration... und patriarchale Dekonstruktion." Bitte lesen!

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Monika Breyer

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Der Gesang der See

Der Gesang der See

Einen meiner schönsten Urlaube verbrachte ich in Norwegen. Mit diesem Buch von Trude Teige möchte ich sofort wieder aufbrechen, um dieses Land zu besuchen. Das raue Meer, die schroffen Felsen, der ewige Wind. Genau das liebt auch Kristiane. Eine starke Frau in einer männerdominierten Welt, an der Westküste Norwegens, im 19. Jhd. Aus Pflichtbewusstsein, aber auch aus tiefem Vertrauen und Zuneigung heiratet sie Lars, den sie schon seit Kindheit kennt. Aber auch Frederik, der so wunderschön Geige spielen kann, liebt sie. Ein beeindruckendes Buch, wunderbar atmosphärisch erzählt.

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Martina Mimler

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Alle meine Mütter

Alle meine Mütter

Ein wahrhaft intensiver Roman! Eigentlich ist er eine vielschichtige Betrachtung des Mutterdaseins. Das Buch zieht wie ein Sog - so vieles wird einem wieder bewusst, was man zum Teil vergessen hat: Erinnerungen, Nähe, Liebe, Zusammengehörigkeit, Vertrauen, aber auch Ängste, Wut, Enttäuschung, Trauer - welche Gefühle auch immer Mutterbeziehungen entstehen lassen, in jeder Konstellation, ein Leben lang und darüber hinaus - eine Bindung für die Ewigkeit und ein Buch, das unter die Haut geht.

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Lucia Kirchner-Krämer

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Stunden wie Tage

Stunden wie Tage

Berlin, in den 1930er-Jahren: Die junge Martha, zielstrebig und gewissenhaft, sucht eine Stelle und findet sie als Hausbesorgerin eines Mietshauses, das der jüdischen Familie Berkowitz gehört. Schnell wird sie zur "Seele des Hauses", hat regen Kontakt zu allen Mietern und auch zur Besitzer-Familie. Henry Berkowitz hat Katharina geheiratet, eine russische Opernsängerin und deren Tochter Liane adoptiert. Katharina leidet sehr darunter, dass sie aus Russland fliehen musste und schafft es nicht immer, für ihre Tochter da zu sein. Da Martha und ihr Mann keine Kinder bekommen können, entwickelt Martha bald eine sehr innige Beziehung zu Liane. Mit der Machtübernahme der Nazis muss Henry das Land verlassen, Liane, die gerade die Schule abschließt, schließt sich dem Widerstand an. Als Liane 1942 verhaftet und schließlich hingerichtet wird, ist es Martha, die Katharina auffängt und unterstützt.
Kupferberg verwebt hier Fiktion mit historischen Tatsachen. Die Geschichte von Liane Berkowitz und ihrer Familie ist tatsächlich so passiert, auch Martha hat tatsächlich existiert. Kupferberg hat akribisch recherchiert und mit Zeitzeugen gesprochen. In ihrer klaren, eindringlichen Sprache findet sie einen Weg, auch das größte Grauen zu erzählen. "Nicht auffallen" ist die Taktik, die Martha anwendet, um ihren Arbeitgebern zu helfen. Sie schafft es, deren Eigentum für sie zu erhalten, das sie ihr aus Dankbarkeit schließlich übereignen. Nicht retten kann sie Liane, das belastet die tief religiöse Frau bis an ihr Lebensende, wo sie schließlich verwirrt durch die Straßen ihres Bezirks irrt. Kaum jemand kennt ihre Geschichte, bis Shelly Kupferberg darauf stösst.

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