Fünf Erzählungen aus dem Nachlass Pascal Merciers. Eigentlich bin ich sonst keine Freundin von Erzählungen, die sind mir zu unfertig, nicht tiefgehend genug. Aber hier ist es etwas anderes: In jeder dieser Erzählungen lässt Mercier eine ganze Welt entstehen. Alles, was er beschreibt (und auch das, was er nicht beschreibt, sondern was man für sich weiterdenkt), ergibt eine große Geschichte, ein großes Thema. Mit seinen leisen Tönen und genauen Beobachtungen lässt er uns eintauchen in ganz existentielle Themen, auch wenn es manchmal scheinbar nur ganz kleine Fragen sind. Nach jeder Geschichte hatte ich das Gefühl, die Hauptfigur(en) und das, was sie antreibt, zumindest ein Stück weit zu kennen. Wie ein Maler, der mit wenigen Pinselstrichen ein Bild so skizziert, dass man das Ganze erkennen kann.